O wie schön ist Panama

Viele kennen diese Geschichte von Janosch. Ein kleiner Bär und ein kleiner Tiger machen sich auf, um das „Traumland“ Panama zu suchen, um dort glücklich zu sein. Nach einer langen Reise stoßen sie ohne es zu wissen wieder auf ihr Zuhause und glauben Panama gefunden zu haben. Sie reparieren das Haus und sind glücklich.

Im Internet wimmelt es heute von Weisheitsangeboten. Da hat zum Beispiel ein gewisser Tim Betriebswirtschaft studiert. Nach eigenen Angaben lebt er von seinen Webseiten und vertritt dort unter anderem die folgenden Thesen:

Stille befreit uns von Stress und Anspannung.

Stille füllt unsere mentalen Ressourcen wieder auf.

In der Stille können wir besser und kreativer denken.

In der Stille wächst das Gehirn.

Ich habe das mit Interesse gelesen. Die zitierten Hirnstudien kann ich nicht überprüfen. Aber unwillkürlich muss ich denken: Das hatten wir doch schon immer im Angebot. Dafür sind die Kirchen, wenn möglich, tagsüber offen. Orte der Stille. Deshalb gibt es zum Beispiel auch Zeiten der stillen Anbetung bei den kommenden Ewig Gebeten.

Es ist wohl wie in der Geschichte „O wie schön ist Panama“.  Menschen suchen in unserer hektischen und lauten Zeit an allen möglichen Orten einen Ausgleich, dabei liegt er zu Hause vor der Tür.

Ich denke, auch die Karnevalisten werden mir recht geben. Wenn man konzentriert und kreativ an einer Büttenrede arbeiten will, dann braucht man eine gewisse Ruhe. Man muss sie nicht unbedingt in der Kirche schreiben, auch wenn die Kirche gelegentlich Anlass für Lacher gibt, ein stilles Arbeitszimmer dürfte in dem Fall genügen.

In diesem Sinne wünsche ich allen fröhliche Tage und Sitzungen und genügend stille Momente.

Georg Goeres, Pfr.