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St. Gervasius und Protasius, Ockfen
St. Laurentius, Saarburg
In den vergangenen Wochen und Monaten gab es ein Auf und Ab von guten, wie von schlechten Nachrichten. Dabei treffen uns meist die Negativschlagzeilen, die unser unmittelbares Umfeld betreffen. Manch einer/eine mag daher gebeugt und traurig dem Osterfest entgegengehen.
Wenn wir Ostern feiern, müssen wir allerdings auch das ernst nehmen, was in den dunkeln Tagen und Nächten von Gründonnerstag bis zum „ersten Tag der Woche“ geschieht. Die Lesungen der Gottesdienste sprechen gerade an diesen Tagen von den Erfahrungen, die noch immer aktuell sind. Das Gefühl, von Gott und der Welt verlassen zu sein. Gequält zu werden, bis man es nicht mehr aushalten kann. Träume begraben zu müssen. Zu erleben, wie Freunde sich distanzieren aus Angst, mit hineingezogen zu werden in Unrecht und Elend. Gedemütigt zu werden, bis man nicht mehr als Mit-Mensch erkennbar ist, Beziehungen auszuhalten, obwohl man unsägliches Leid trägt und erträgt. Und schließlich der eilige Versuch, das Unrecht zu begraben und zu vergessen.
Das alles sind Stationen auf dem Weg zum Grab. - Meist sind es unsere ganz persönlichen Kreuzwege, die uns fast ins Grab bringt. - Das Grab, dessen Stein allerdings weggewälzt wird. Zum Tod, der nicht das letzte Wort haben wird. Darauf vertrauen wir doch. Trotzdem gilt: Auf Ostern zu, können wir nicht hüpfen oder einfach ein paar Stufen überspringen. Wir können uns letztlich nur vorwärts tasten - im Angst machendem Dunkel und im Vertrauen auf das Licht.
Was das II. Vatikanische Konzil in seiner Konstitution über die Kirche in der Welt von heute (Gaudium et Spes) sagt, beschreibt die Grundsituation aller Christen: „Trauer und Angst der Menschen von heute sind auch Trauer und Angst der Jünger Christi.“ Das bedeutet, dass wir die Fragen – die eigenen und die der anderen – ernst nehmen und Leid nicht einfach wegreden.
Denn wo Eltern ratlos vor den Gräbern ihrer Kinder stehen, wo Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemobbt werden, bis sie in Tränen ausbrechen, wo junge Menschen das Gefühl haben, dass sie niemand versteht, da dürfen wir nicht zu schnell „Ostern!“ sagen. Im Leid des Karfreitags – der bei jedem anders aussehen mag – hilft nur eines: Mitgehen im Dunkel, Nähe spüren lassen.